Rente mit 63

Wie die Mütterrente wurde auch die Möglichkeit mit 63 Jahren in Rente zu gehen im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung festgelegt. Dieser Schritt bedeutet ein Abkehr von der bisherigen Verlängerung auf 67 Jahre, allerdings mit einigen Vorbehalten.

Wer in Zukunft schon mit 63 in Rente gehen will, muß nämliche 45 Beitragsjahre in den gesetzlichen Rentenversicherung für sich verbuchen können. Ein Beitragsjahre, also Zeiten sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung, sind nicht zu verwechseln mit Versicherungsjahren. Kindererziehungszeiten jenseits 3 Jahren, Zeiten der Arbeitslosigkeits jenseits der 5 Jahre, die Zeiten die für eine Ausbildung, ein Studium verwendet wurden, sowie Schwangerschaft und Mutterschutz werden nicht eingerechnet. Mit bedacht werden weiterhin ein evtl geleisteter Wehrdienst sowie Pflegezeiten in denen Angehörige für mindestens 14 Stunden pro Woche betreut wurden.

Die Hürde liegt hoch und wird im Gegensatz zur Berechnung nach Versicherungsjahren von weitaus weniger Arbeitnehmern erfüllt werden. Zudem steigt das Alter ab dem abschlagsfreier Rentenbezug möglich ist schrittweise auf das allgemeine Niveau von 65 Jahren, genau mit 63 Jahren kann also nur in Rente gehen, wer die Voraussetzungen bereits zum 01. Juli 2014 erfüllt.

Zur Veranschaulichung: 63 minus 45 ist 18, wer 2014 mit 63 in Rente gehen wollen würde, müßte seit dem 18 Lebensjahr weitestgehend unterbrechungsfrei in die gesetzliche Rentenversicherung Beiträge gezahlt haben, für Akademiker die in aller Regel bis Mitte 20 studiert haben z.B. unmöglich zur erreichen. Schätzungen gehen davon aus, daß etwa 15% der Jahrgänge die kurz vor erreichen des Rentenalters stehen die Voraussetzungen erfüllen, was in der Summe etwa 300.000 Menschen pro Jahr entspräche.

Soweit der aktuelle Stand der Planungen, solange die im Koalitionsvertrag getroffenen Vereinbarungen aber nicht konkret in gesetzliche Regelungen übernommen sind ist aber noch alles offen. Die Kosten für die Beitragszahler und die staatlichen Rentenkassen werden aktuell mit etwa 800 Millionen Euro beziffert, wenn der Koalitionsvertrag denn 1:1 in geltendes Recht umgesetzt werden sollte.